Sabine Weil

 

Wir stellen vor: Sabine Weil

 
 
Frau Weil, als Initiatorin und Leiterin der größten AG Gottesdienst im Projekt Nordbadische Bergstraße, sind eine der erfolgreichsten Netzwerkerinnen der neuen Pfarrei. Das hat aber eine lange Vorgeschichte: seit wann und wie sind Sie in der Gemeinde vor Ort aktiv?
 
Vor 38 Jahren bin ich nach Ladenburg gezogen und habe seitdem große  Freude daran, die Kirchengemeinde mitzugestalten: u.a. leite ich seit 35 Jahren den Kirchenchor in Heddesheim, habe auch viele Jahre mit Kindern im Kindermusikkreis KiMuk musiziert und spiele in unterschiedlichster Besetzung in der GallusBand mit.; ich gestalte Familiengottesdienste mit und habe nach einer Ausbildung zur Trauerbegleiterin einige Zeit ein Trauer Café in unserer Gemeinde mitorganisiert. Hinzu kommt, dass ich und mein Mann jeweils 10 und 15 Jahre als Pfarrgemeinderäte fungierten und somit in die Gremienarbeit vor Ort involviert waren. Die Kirchenmusik ist aber zurzeit die Nummer eins unter allen meinen Aktivitäten geworden, weil ich auch beobachte, wie die Chöre allerorts nicht nur das Gemeindeleben tragen – und da sind wir schon bei der Kirchenentwicklung – sondern dieses auch mit Freude und Schwung beleben.
 
Da die Kirchenmusik unter den Schirm der AG Gottesdienst fällt, war es natürlich naheliegend, dass Sie diese betreuen. Wie haben Sie die Zusammenarbeit in dieser AG bislang empfunden?
 
Ich bin unglaublich berührt, wie viele engagierte Menschen es an diesen 14 Kirchtürmen gibt, die wir begleiten. Die AG Gottesdienst ist die größte Arbeitsgruppe im Projekt und wir haben Mitglieder aus allen Gemeinden gewinnen können. Innerhalb des letzten Jahres konnte ich beobachten, wie der Auftrag der AG zu einem Herzensanliegen wurde und wie die AG-Mitglieder darum ringen, den Prozess auf einen guten Weg zu bringen. Ich sitze mit großen, offenen Ohren in den Treffen und lerne eigentlich nur, was es an vielen Orten in unseren Gemeinden gibt und wie schön es ist, das miteinander zu teilen und darum zu ringen, wie es gut weitergehen kann.
 
Hauptberuflich sind Sie Lehrerin und Schulbeauftragte in dem Dekanat Heidelberg-Weinheim. Wie ist dazu gekommen und was können wir uns unter dieser Funktion vorstellen?
 
Ich habe Musik, Mathematik und Katholische Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule in Heidelberg studiert und hatte das große Glück, direkt danach eine Stelle als Realschullehrerin zu bekommen. Ich unterrichte bis heute mit großer Freude. Dazu kamen im Laufe der Jahre noch ein paar andere Aufgaben u.a. war ich Fachberaterin im Schulamt für Musik und Mitglied in einer Arbeitsgruppe im Kultusministerium, hier die Vertreterin aller Realschulen im Land für Musik. Ich musste mich aber um keine der Stellen bewerben, sondern wurde jedes Mal angefragt – so hat das Wort „Berufung“ für mich eine besondere Bedeutung. Und so war es auch, als ich vom Domkapitular Axel Mehlmann das Angebot bekam, die Stelle als Studienmentorin an der PH anzutreten. Seit 2005 betreue ich alle Studierenden, die in Heidelberg Katholische Religionspädagogik studieren. Als Schulbeauftragte bin ich für die drei Dekanate Heidelberg-Weinheim, Kraichgau und Wiesloch zuständig und bilde in der Region alle, die in kirchlicher Ausbildung sind (Pfarrer, Diakone, Gemeinde- und Pastoralassistenten) im Religionsunterricht aus, bzw. ich beratend bei Lehrproben und nehme die Prüfungen ab. Zum Teil bin auch bei PH-Prüfungen, Bachelor- und Masterprüfungen mit dabei – also bin ich auch unter den Religionslehrerinnen und Lehrern in der neuen Pfarrei sehr gut vernetzt.
 
Bei der Menge der Aufgaben und Ämtern sind Sie bestimmt auch mit viel Stress und schwierigen Situationen konfrontiert. Was gibt Ihnen Kraft diese zu bewältigen?
 
Mein Glaube, der in schweren Lebenssituationen schon ein guter Halt war, und meine wunderbare Familie: ich bin seit 37 Jahren glücklich verheiratet, habe einen tollen Mann, zwei wunderbare erwachsene Kinder, einen klasse Schwiegersohn und bin stolze Großmutter. Die Familie trägt alles!
 
Und mit diesem enormen Schatz an Kraft und Erfahrung bereichern Sie auch die Projektleitung im lokalen Projekt Nordbadische Bergstraße – welchen kurzen Ausblick können Sie uns auf das lokale Projekt der Kirchenentwicklung 2030 für dieses Jahr gewähren?
 
Es gibt einen Satz, an dem wir gemessen werden sollten: „Seht, wie sie einander lieben..“ - Wenn wir das zeigen können - zum Beispielbei dem großen Gemeindefest am 15. Juni auf der Ladenburger Neckarwiese, wird die neue Pfarrei und das lokale Projekt ein Erfolg!
 
 
 
 
(red. Maria Lipnicka 26.02.24)