Ein Dank an die Gesichter der Kirche vor Ort
Am Mittwochabend, den 24. Juli 2025, versammelten sich rund 60 engagierte Frauen und Männer aus den Gemeindeteams der zukünftigen Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße im Gemeindehaus St. Remigius in Heddesheim zu einem Begegnungsabend. Eingeladen hatte die lokale Projektkoordination als ein Zeichen der Wertschätzung für die Ehrenamtlichen.
Ein Abend des Miteinanders und der Ermutigung
Schon beim Eintreffen wurde deutlich: Der Abend sollte nicht nur informieren, sondern vor allem verbinden. Ein Buffet mit Häppchen und kühlen Getränken lud zum Verweilen und Begegnen ein. An Stehtischen kamen die Gäste miteinander ins Gespräch, tauschten Erfahrungen, Ideen und auch Sorgen aus.
Was ist ein Gemeindeteam? – Kirche konkret erleben
In einem kurzen Impuls gab die Projektkoordination einen Einblick in das Selbstverständnis der Gemeindeteams in der neuen Kirchengemeinde. Dabei wurde deutlich, dass Gemeindeteams weit mehr sind als ein Organ innerhalb der Kirchenstruktur. Sie bilden das Rückgrat der Kirche vor Ort – dort, wo Menschen leben, glauben, hoffen, feiern und trauern.
Ein Gemeindeteam leitet die kleinste Einheit der Pfarrei, die Gemeinde. Es ist nah dran an den Menschen – ihren Freuden wie auch ihren Sorgen. Es macht Glauben erfahrbar, organisiert Gottesdienste und Gebetszeiten, ist offen für die spirituellen Bedürfnisse der Menschen vor Ort und schafft Räume, in denen gelebter Glaube sichtbar wird. Darüber hinaus entwickeln Gemeindeteams neue Initiativen, vernetzen sich mit anderen christlichen Gemeinden, Vereinen und Initiativen und sind so das lebendige Gesicht der Gemeinde.



Stimmen zur Bedeutung der Gemeindeteams
Wie wichtig diese Teams für das kirchliche Leben sind, wurde zu Beginn der Veranstaltung deutlich, als einige Teilnehmende das Wort ergriffen, um ihren Dank und ihre Wertschätzung auszusprechen. So betonte Antje Blank: „Die Gemeindeteams sind das Gesicht der Kirche vor Ort.“ Petrus van Nunen fügte hinzu: „Wo kein Gemeindeteam ist, ist keine Kirche. Sie bilden Gemeinschaft und sind das Herz der Pfarrei.“ Auch die Funktion als Brücke wurde benannt: „Gemeindeteams sind das Bindeglied zwischen Hauptamtlichen und den Menschen vor Ort. Sie sind ein wichtiger Ort, wo Menschen offen zusammengebracht werden können“, so Pfarrer Stephan Sailer. Die ökumenische Dimension hob Pfarrer Ronny Baier hervor: „Ohne Gemeindeteams gibt es keine Ökumene.“ Und mit einem sehr persönlichen Bild sprach Gemeindeteam-Mitglied Christopher Brink aus Heddesheim: „Momentan fühlt sich vieles wie ein beschnittener Weinstock an, aber ich möchte Mut machen, dass ein neuer Schnitt auch Wachstum ermöglicht.“ Besonders anschaulich wurde es bei Justyna Jakubowska-Bauer aus dem Steinachtal, die sagte: „Ich habe das Bild einer Familie im Kopf: die Eltern geben die Strukturen vor und die Kinder beziehungsweise die Geschwister sind die Gemeindeteam-Mitglieder.“
Zeit zum Innehalten und Weiterdenken
Zwischendurch gab es immer wieder die Möglichkeit, inne zu halten, zum Beispiel als Pfarrer Stephan Sailer das neue Logo präsentierte, das für die Vielfalt der Gemeinden und den festen Glauben in Christus steht. Die Gemeindeteam-Mitglieder konnten auf Karten und Flipcharts festhalten, wo zukünftig Gemeindeteams zu finden sind und sich zu Fragen austauschen wie: „Was bewegt uns?“ „Was wollen wir behalten?“ „Worauf können wir verzichten?“
Zum Abschluss des Abends wurde auf einen wichtigen nächsten Schritt hingewiesen: Die Berufung oder Wahl der Gemeindeteams erfolgt im Rahmen einer Gemeindeversammlung, die spätestens sechs Monate nach der konstituierenden Sitzung des neuen Pfarreirats stattfinden muss. Teilnehmen kann jede/r, die/der sich der Gemeinde zugehörig fühlt und/oder römisch-katholisch getauft ist und im Gebiet der Gemeinde wohnt. Die Gemeindeversammlung ist ein Ausdruck gelebter Partizipation – hier wird spürbar, dass Kirche von allen getragen wird.
Gemeinsam unterwegs - mit Vertrauen und neuer Klarheit
Der Begegnungsabend für die Gemeindeteams der zukünftigen Kirchengemeinde Nordbadische Bergstraße war mehr als nur ein Dankeschön. Er war ein sichtbares Zeichen dafür, wie sehr die Kirche auf das Engagement der Menschen vor Ort baut – auf ihre Ideen, ihre Zeit, ihren Glauben. In einer Zeit, in der sich Strukturen verändern und manches ungewohnt oder unsicher erscheint, wurde deutlich, dass Kirche nicht zuerst von Systemen, sondern von Beziehungen lebt. Von Menschen, die sich einbringen, weil ihnen der Glaube und die Gemeinschaft am Herzen liegen.










