Seit 2021 haben die Lokalen Projektkoordinatorinnen und Projektkoordinatoren als „Dreh- und Angelpunkt“ die Kirchenentwicklung 2030 vor Ort geplant und koordiniert. Zusammen mit den regionalen Teams haben sie maßgeblich an der Vorbereitung der neuen Pfarreien der Erzdiözese Freiburg mitgewirkt.
Zum Oktober 2025 läuft die Arbeit rund 70 Frauen und Männer aus; dann übernehmen sie andere Funktionen in den künftigen 36 Pfarreien und es erfolgt die „Staffelübergabe“ an die neuen örtlichen Teams. Welche Gefühle gehen einher mit dem bevorstehenden Aufgabenwechsel? Was waren die gewinnbringendsten Momente in der Lokalen Projektkoordination? Und wo lagen die größten Herausforderungen? Antworten darauf geben zwei Frauen und zwei Männer, die anlässlich des letzten großen Vernetzungstreffens der Lokalen Projektkoordination im Mai befragt wurden.
Im dritten Teil veröffentlichen wir nun das Interview mit Dekan Gerd Möller, Lokaler Projektkoordinator im Dekanat Wiesental und designierter Stellvertretender Pfarrer.
Was waren die schönsten oder gewinnbringendsten Momente in Ihrer Zeit als Lokaler Projektkoordinator?
„Die Zusammenarbeit mit meinem Kollegen Matthias Wößner und meiner Kollegin Doro Lubahn, die uns und das Projektteam die ganzen Jahre begleitet hat. Ein Projektteam zu bilden aus Menschen, die mit unterschiedlichen Blicken dem Glauben und Leben Sichtweisen verleihen, die immer mehr zusammen und zum Ziel führen. Zu spüren, dass es einen großen Wunsch nach Erneuerung aus dem Glauben und dem Evangelium gibt. Mit Menschen unterwegs zu sein, die Fragen haben und die ringen mit dem was kommt, genauso wie mit denen, die in diesem neuen Weg sehr viel Potenzial und Zukunft sehen. Immer wieder Momente zu spüren, wo die Geistkraft Neues aufscheinen lässt.“
Wo lagen die großen Herausforderungen?
„Die Kommunikation am Ball zu halten. Hier haben viele die eigenen Verantwortlichkeiten für ihre Gemeinden zu wenig übernommen. Gute Kommunikation kann Fallhöhen lindern. Immer noch das Gefühl zu haben, dass es im Umfeld des Bischofs Mitarbeitende gibt, die kein Interesse an der Zusammenarbeit mit uns haben, obwohl der Erzbischof das Zusammen von Verwaltung und Pastoral als Zukunftsoption gegeben hat. Die Einbindung von den Lokalen Projektkoordinationen in die Zukunft der Mitarbeitenden in den Ökonomien. Die Gründungsvereinbarung zu einem guten Ergebnis zu bringen, in dem sich alle Gremien wieder finden und zustimmen können. Neues zu wagen und Bestehendes zu prüfen, um der Zukunft der Kirche Raum zu geben.“
Ab dem 1.1.2026 geht es für Sie weiter als Stellvertretender Pfarrer in der neuen Pfarrei. Wie blicken Sie auf den Wechsel? Welche Erwartungen, Hoffnungen oder Wünsche haben Sie?
„Ich freue mich auf das Miteinander im Leitungsteam und auch auf meine neue Rolle in einem mir bekannten Gebiet. Ich bin ein Mensch, der sich mit Erwartungen an mich und an andere schwertut. Die Hoffnung ist, dass wir alle, die ehrenamtlich und hauptberuflich eine neue Gestalt von miteinander Kirche sein prägen werden, bereit sind, dieser neuen Form aus dem gemeinsamen Glauben und der verbindenden Geistkraft Gottes ein Gesicht zu geben, um dadurch wieder attraktiv zu werden für Suchende und am Rand wartende. Mein Wunsch ist daher, dass wir uns vor allem auf das Besinnen, was Jesus gelebt und in den Evangelien hinterlassen hat.“

