Franz Jägerstätter

Namenstage: Franz

Funktion: Seliger, Kriegsdienstverweigerer, Märtyrer

Gedenktag: 21. Mai

Seligsprechung 2007

Franz Huber kam am 20. Mai 1907 in St. Radegund (Oberösterreich) als uneheliches Kind zur Welt. Als seine Mutter Rosalia Huber 1917 den Bauern Heinrich Jägerstätter heiratete, erhielt Franz den Familiennamen des ihm wohlgesonnenen Ziehvaters, durch den Franz schon in jungen Jahren die Liebe zum Lesen entdeckte. Franz verdiente seinen Lebensunterhalt auf einem Bauernhof in Teising (Bayern) und als Bergarbeiter in der Steiermark. Nach dem Tod seines Stiefvaters erbte Franz den Hof und heiratete am 9. April 1936 Franziska Schwaninger, mit der er drei Töchter haben sollte. Nach der Hochzeit begab sich das junge Paar auf eine Wallfahrt nach Rom. Von da an las Franz häufig in der Bibel, besuchte täglich die Messe, unternahm regelmäßig Wallfahrten nach Altötting (Bayern) und trat dem Dritten Orden des hl. Franziskus bei.

Als 1938 der Anschluss Österreichs an Deutschland erfolgte, stellte sich Franz als einziger im Dorf gegen die Nationalsozialisten, deren Ideologie er für unvereinbar mit seinem christlichen Glauben hielt. Er zog sich immer mehr vom öffentlichen Leben im Dorf zurück und wurde 1940 gemeinsam mit neun weiteren Personen als regimefeindlich denunziert; allerdings erreichte das verräterische Schreiben nie seinen Bestimmungsort. Nach einer ersten Einberufung zum Militärdienst 1940 war es Franz möglich, in sein Dorf zurückzukehren; bei einer weiteren Einberufung 1943 verweigerte er den Kriegsdienst aus Gewissensgründen. Er kam sofort in Untersuchungshaft und wurde im Mai 1943 nach Berlin gebracht. Als Pazifist und gläubiger Katholik weigerte er sich standhaft, seine Entscheidung zu revidieren. Im Juli wurde Franz Jägerstätter wegen Zersetzung der Wehrkraft zum Tode durch Enthauptung verurteilt und am 9. August 1943 in Brandenburg hingerichtet. Seine Urne wurde 1946 an der Kirchenmauer von St. Radegund beigesetzt.

1997 wurde das Urteil vom Berliner Landgericht aufgehoben; erst 2005 wurden Gegner des Nationalsozialismus aus Gewissensgründen vom österreichischen Parlament rehabilitiert.

Die Seligsprechung Franz Jägerstätters erfolgte am26. Oktober, dem österreichischen Nationalfeiertag, 2007 in Linz durch Papst Benedikt XVI. Den Feierlichkeiten wohnten auch die Witwe Franziska und ihre Töchter bei.

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010