Hadrian (Adrian) III.

Namenstage: Adrian

Funktion: Heiliger, Papst

Gedenktag: 8. Juli

Heiligsprechung 1891

Das exakte Todesdatum von Papst Hadrian III. ist ebensowenig bekannt wie der Geburtsort und -tag sowie sein bürgerlicher Name. Sein Amt als Nachfolger von Marinus II. trat er am 17. Mai 884 an. Man hegte die Hoffnung, dass der als sehr tugendhaft geltende Römer sowohl den mit der Ermordung von Marinus’ Vorgänger Johannes VIII. im Dezember 882 begonnenen stadtrömischen Unruhen als auch dem zunehmenden Sittenverfall Einhalt gebieten könnte. Hadrian musste sich zudem mit Photios, dem ehrgeizigen Patriarchen von Konstantinopel (heute Istanbul), auseinandersetzen, der durch seine starre Haltung die Entfremdung zwischen Ost- und Westkirche betrieb. Alle Versuche, ihn zu einem Einlenken zu bewegen, waren jedoch vergeblich. (Photios gilt als einer der Haupturheber des morgenländischen Schismas, der endgültigen Spaltung der gesamtrömischen Kirche in die römisch-katholische und die griechisch-orthodoxe im Jahre 1054.) Ende August 885 wurde der Papst von Kaiser Karl III. dem Dicken (885–88) auf den Reichstag zu Worms eingeladen, um die Nachfolge einiger unwürdiger Bischöfe zu regeln. Zugleich sollte er Karls illegitimen Sohn Bernhard zum Kronprinzen des Frankenreiches erheben. Doch Hadrian III. starb während der Reise Mitte September in Spilamberto und wurde in der Abtei Nonantola (beides in der Nähe von Modena) begraben. Die in der Region am 8. Juli praktizierte Verehrung wurde am 2. Juni 1891 von Papst Leo XIII. bestätigt.

Darstellung: im Papstgewand

Attribute: Tiara, Kreuzstab (mit drei Querbalken)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010